Vier Tage Mailand, ein Messegelände so groß wie ein Stadtviertel und eine einzige Frage im Kopf: Wessen Arbeit schmeckt man wirklich? Wir waren auf der Tuttofood 2026 in Rho – und kommen mit vollen Notizbüchern, einigen angebahnten Bestellungen und ziemlich viel Vorfreude zurück. Hier erzählen wir dir, was uns dort begegnet ist und was davon bald bei Olipaso im Regal steht.
Vier Tage zwischen Hallen und Handwerk
Die Tuttofood fand vom 11. bis 14. Mai 2026 auf dem Gelände der Fiera Milano in Rho statt, gleich vor den Toren Mailands. Rund 5.000 Marken auf 85.000 Quadratmetern, dazu mehr als 100.000 Besucher aus aller Welt: Wer an jedem zweiten Stand stehen bleibt, schafft an einem Tag nicht einmal zehn Prozent der Hallen. Genau das haben wir trotzdem versucht. Statt uns durch Kataloge zu klicken, wollten wir die Menschen hinter den Produkten treffen, Fragen stellen und vor allem eines: probieren.
Was an so einer Messe zählt, sind nicht die großen Bühnen, sondern die kleinen Stände in den hinteren Reihen. Dort steht oft der Erzeuger selbst, schneidet auf, schenkt ein und erklärt, warum sein Öl in diesem Jahr anders schmeckt als im letzten. Genau solche Gespräche haben wir gesucht.
Was die Tuttofood eigentlich ist
Die Tuttofood ist eine Fachmesse für die gesamte Lebensmittel- und Getränkebranche – kein Showevent, sondern ein Treffpunkt für Hersteller, Händler, Einkäufer und Gastronomie. 2026 lief die elfte Ausgabe, und sie gehört inzwischen zu den am schnellsten wachsenden Lebensmittelmessen Italiens. Im Mittelpunkt stehen das Thema „Made in Italy“, nachhaltige Erzeugung und Innovation.
Eine Neuerung in diesem Jahr war für uns besonders interessant: Produkte mit geschützter Herkunft – also DOP und IGP – wurden erstmals gebündelt in einem internationalen Rahmen vorgestellt. Genau davon lebt ein großer Teil unseres Sortiments. Wenn auf einem Etikett "DOP“ oder "IGP"steht, ist das kein Marketingwort, sondern eine Herkunft, die kontrolliert und geschützt ist. Dass die Messe diesen Produkten erstmals eine eigene Bühne gegeben hat, sagt einiges darüber, wohin sich der Markt bewegt.
Warum wir überhaupt hinfahren
Man kann italienische Spezialitäten auch am Schreibtisch einkaufen. Wir machen es lieber anders. Ein gutes Olivenöl erkennt man nicht am Etikett, sondern am ersten Schluck – an der Schärfe im Hals, an der Bitterkeit, die nach ein paar Sekunden kommt oder eben nicht. Eine Messe wie die Tuttofood ist der seltene Moment, an dem dreißig solcher Schlucke an einem Vormittag möglich sind, direkt neben dem Menschen, der das Öl gepresst hat. Was es danach in den Shop schafft, hat diesen Test bestanden – und einige Dinge eben nicht.
Was wir verkostet haben
Wir haben uns auf die Kategorien konzentriert, die du von uns kennst, und in jeder davon Neues gefunden. Aber auch außerhalb unserer aktuellen Auswahl wird es Neuigkeiten geben. Ob Süßigkeiten aus der Toskana oder Snacks aus Apulien, sei gespannt!
Öl aus dem Nordwesten
Ligurien und der gesamte Nordwesten Italiens stehen für eine eher milde, feine Ölsprache: weniger Pfeffer im Abgang, dafür Mandel, Artischocke und eine zurückhaltende Bitterkeit. Wir haben mit mehreren Frantoi gesprochen, die ihre Oliven noch von Hand lesen und früh pressen, und uns durch eine ganze Reihe Monocultivar getestet. Ein paar dieser Öle haben uns nicht mehr losgelassen.
Welche genau es in den Shop schaffen, verraten wir, sobald die ersten Flaschen und Kanister auf dem Weg sind.
Pasta und Hartweizen aus Molise
Bei Pasta hört der Unterschied beim Wasser nicht auf. Bronzeziehung, langsame Trocknung bei niedriger Temperatur über viele Stunden, ein Hartweizen mit Charakter: Das schmeckt man, wenn die Sauce an der rauen Oberfläche haftet, statt abzurutschen. Wir haben bei einigen Familienbetrieben aus Molise verkostet und dabei Formate und Qualitäten gefunden, die wir gerne im Sortiment haben möchten.
Ein paar dieser Entdeckungen wandern in den nächsten Wochen zu dir – mit der Geschichte des Betriebs dazu.
Konserven aus dem Meer
Sardelle, Thunfisch in Öl, Ventresca, Bottarga: Die Konserve ist in Italien kein Notvorrat, sondern Handwerk. Wir haben kleine Manufakturen getroffen, die ihre Sardellen noch von Hand in Salz schichten und reifen lassen, bevor sie filetiert werden. Der Unterschied zur Massenware liegt im Salz, in der Geduld und im Fisch selbst.
Hier kommen mehrere Neuzugänge, einige davon aus Regionen, die bei uns bisher kaum vertreten waren.
Was sonst noch in den Shop wandert
Abseits unserer Stammkategorien sind uns Dinge begegnet, an denen wir nicht vorbeigehen konnten – Nocciola- und Pistaziencremes,, Cantuccini und Panforte, eingelegtes Gemüse, eine Süßigkeit aus einer Ecke Italiens, von der man selten hört. Nicht alles davon passt am Ende ins Sortiment, aber das, was passt, kündigen wir gesondert an.
Was uns hängen geblieben ist
Drei Dinge nehmen wir aus Mailand mit. Erstens: Die geschützten Herkünfte werden internationaler vermarktet, ohne dass die Erzeuger größer werden – die spannendsten Stände waren weiterhin die kleinen. Zweitens: Verpackung wird ernster genommen, weg vom Plastik, hin zu Glas und recyclingfähigem Material, gerade bei jüngeren Betrieben. Drittens: Qualität lässt sich nicht beschleunigen. Fast jeder Erzeuger, der uns überzeugt hat, hat an irgendeiner Stelle „langsam“ gesagt – langsame Pressung, langsame Trocknung, langsame Reifung. Genau danach suchen wir für dich.
Was als Nächstes passiert
Die neuen Produkte kommen nicht auf einen Schlag, sondern nach und nach in den kommenden Wochen in den Shop – sobald die ersten Lieferungen da sind und wir jedes Produkt ein zweites Mal in Ruhe verkostet haben. Wenn du nichts verpassen willst, schau regelmäßig in die Kategorien oder trag dich in unseren Newsletter ein. Dann erfährst du als Erstes, wenn ein Erzeuger von der Tuttofood bei uns online geht.
Häufige Fragen
Wann und wo fand die Tuttofood 2026 statt?
Die Tuttofood 2026 fand vom 11. bis 14. Mai 2026 auf dem Gelände der Fiera Milano in Rho bei Mailand statt.
Was ist die Tuttofood?
Die Tuttofood ist eine internationale Fachmesse für die gesamte Lebensmittel- und Getränkebranche. Sie richtet sich an Hersteller, Händler, Einkäufer und Gastronomie, mit einem Schwerpunkt auf „Made in Italy“, geschützten Herkunftsprodukten und nachhaltiger Erzeugung. 2026 fand die elfte Ausgabe statt.
Ab wann gibt es die neuen Produkte bei Olipaso?
Nach und nach in den kommenden Wochen, sobald die ersten Lieferungen eingetroffen sind. Über den Newsletter und die jeweiligen Kategorieseiten erfährst du, sobald ein neues Produkt verfügbar ist.
Eine Messe ist am Ende nur ein Anfang. Die eigentliche Arbeit beginnt jetzt, beim Analysieren, Nachverkosten und Beschreiben. Wir freuen uns darauf, dir das Ergebnis Stück für Stück zu zeigen.